Arbeitsrecht. Weltweit.

„Equal Pay“ nach dem AÜG – Gleicher Lohn, unklarer Vergleichsmaßstab?

equal pay
KLIEMT.Arbeitsrecht

KLIEMT.Arbeitsrecht

13 Antworten

  1. Daniel Maier sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    dies ist ein sehr interessanter Artikel.
    Nun stellt sich für mich jedoch die Frage – wie muss das Gehalt eines ANÜ-Mitarbeiters angepasst werden, wenn dieser mehr als ein vergleichbarer Stammmitarbeiter beim Zeitarbeitsunternehmen erhält?

    Muss das Gehalt der ANÜ Kraft somit “nach unten” angepasst werden?

    MfG
    Daniel Maier

    • Arbeitsrecht. Weltweit Team sagt:

      Sehr geehrter Herr Maier,

      vielen Dank für Ihr Interesse – in der Tat ist das eine gute Frage. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – wie viele andere arbeitsrechtliche Gesetze auch – ist als Schutzgesetz, hier zugunsten der Leiharbeitnehmer, zu verstehen. Es soll sicherstellen, dass Leiharbeitnehmer mindestens ein gleich hohes Gehalt erhalten wie vergleichbare Arbeitnehmer des Entleihers. Es regelt somit Mindestbedingungen. Erhalten Leiharbeitnehmer ohnehin ein höheres Gehalt als vergleichbare Arbeitnehmer des Entleihers, bedürfen Sie keines Schutzes. Eine Pflicht – wie auch ein Recht – des Arbeitgebers zur Anpassung des Gehalts nach unten besteht mithin auf der Grundlage des AÜG nicht.

      Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.

      Mit besten Grüßen,
      Ihr Team von Arbeitsrecht. Weltweit.

  2. Jürgen Döpfert sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    besten Dank für Ihre Ausführungen.
    Wird zum Vergleich die Arbeitszeit des Leiharbeitnehmers abzgl. Zeitkonto herangezogen oder ohne.
    Beispiel:
    Leiharbeitnehmer bekommt 35 Std. / Woche ausgezahlt.
    Die verbleibenden 5 Std. (Gesamtvertrag über 40Std.) kommen auf ein Zeitkonto.

    Wird somit das Bruttomonatsgehalt der Stammbelegschaft durch 140 Std. (35 Std. x 4) oder durch 160 Std. (40 Std. x 4) dividiert um den Vergleichslohn pro Std. zu ermitteln?

    Besten Dank für eine Information.

    MfG
    J. Döpfert

    • Sehr geehrter Herr Döpfert,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Grundsätzlich gilt, dass für die Berechnung des Vergleichslohns das Bruttomonatsentgelt der Stammbelegschaft durch die Arbeitsstunden der Stammbelegschaft pro Monat zu teilen ist. In welcher Weise auf dieser Grundlage die Lohnzahlung an die Leiharbeitnehmer durch den Verleiher erfolgt (Auszahlung von 35 Stunden und Verbuchung von 5 Stunden auf dem Zeitkonto), ist eine andere Frage und im Einzelfall gesondert zu betrachten.

      Mit besten Grüßen
      Ihr Team von Arbeitsrecht.Weltweit.

  3. Frage: Kann ich in unseren AÜG Vertrag eine Übernahmeklausel/Ablösesumme, nach den 18 Monaten mit aufnehmen? Wenn ja, wie hoch könnte die Summe liegen? Welcher Betrag wäre vertretbar und nicht sittenwidrig?

    • Sehr geehrte Frau Wüst,

      vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Frage zur Zulässigkeit von Vermittlungsprovisionen. Das ist in der Tat ein komplexes Thema und wir greifen dies gerne als Idee für einen unserer nächsten Blogbeiträge auf. Gerne können wir uns diese Frage auch einzelfallbezogen gemeinsam mit Ihnen ansehen – melden Sie sich in diesem Fall gerne bei uns.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Team von Arbeitsrecht. Weltweit.

  4. Frank Maßmann sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wie ist eine Mitarbeiterin zu entlohnen die während der Arbeitnehmerüberlassung in Mutterschutz bzw. in ein Beschäftigungsverbot geht? Müssen wir Equal Pay oder nach z.B. iGZ Tarif zahlen. Vielen Dank für Ihr Feedback

    • Sehr geehrter Herr Massmann,

      vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Blogbeitrag zum Equal Pay und Ihre interessante Frage. Wir würden uns freuen, dies gemeinsam mit Ihnen zu näher zu untersuchen, bitten jedoch um Verständnis, dass eine solche Einzelfallberatung nicht im Rahmen unseres Blogs möglich ist.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Team von Arbeitsrecht. Weltweit.

  5. Dipl.Ing. Török sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir überlassen ungarische Schweisser an Kunden . Die Leute sind in Ungarn sozialversichert. Sie bekommen in Ungarn ein Grundgehalt in Deutschland ein Netto Stundenlohn . Sie fahren alle 5-6 Wochen 5-6 Tage nach Ungarn. Durch die Heimfahrten haben Sie im Jahr ca. 50-60 Tagen Urlaub. Gehört das Urlaubsentgelt auch zur Equal Payment ? Wir bezahlen 50-60 Tage Urlaub aber nur den Grundgehalt . Wir stellen die Facharbeiter Unterkunft kistenlos zu . Inkl. GEZ Gebühr mit allen Nebenkosten.IGZ meint gehöhrt nich in den Arbeitsengeld herain BAG sagt ja. Was ist die Lösung ?Gehört der Unterkunft in den Equal Payment? Kann man bei Equal Payment Leistungen entgegenrechnen? Wer kann uns helfen ? Es

    • Sehr geehrter Herr Török,

      vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Blogbeitrag zum Equal Pay und Ihre interessante Frage. Wir würden uns freuen, dies gemeinsam mit Ihnen zu beleuchten, bitte jedoch um Verständnis, dass eine solche einzelfallbezogene Beratung nicht im Rahmen unseres Blogs möglich ist. Gerne können wir hierzu jedoch telefonieren oder uns per e-Mail austauschen – wenden Sie sich insoweit gerne an die Autorin.

      Mit besten Grüßen
      Ihr Team von Arbeitsrecht. Weltweit

  6. Peter Kothenschulte sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren!
    Toller Blog. Wie wird Equal-Pay kontrolliert? Woher weiß der Verleiher, dass die Stundensätze und Zulagen des Stammmitarbeiters, die ihm angegeben werden, korrekt sind? Woher weiß der Entleiher, ob die Angaben vom Verleiher korrekt sind? Wer haftet bei falschen Angaben? Oder sollte sich beide Vertragspartner aktuelle Lohnabrechnungen zeigen lassen? Wie steht es da mit dem Datenschutz?

    • Sehr geehrter Herr Kothenschulte,

      vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Blogbeitrag und die freundlichen Worte! In der Tat haben Sie hier spannende Fragen aufgeworfen.

      Grundsätzlich kann sich zunächst der betroffenen Leiharbeitnehmer auf die Einhaltung von Equal pay berufen. Ferner ist die Bundesagentur für Arbeit für die Verfolgung und Ahndung von Verstößen gegen die Vorgaben des AÜG auch im Hinblick auf Equal Pay zuständig, die Zollverwaltung (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) für die Ahndung illegaler Arbeitnehmerüberlassung ohne Verleiherlaubnis. Beide Behörden arbeiten eng – auch mit weiteren Behörden – zusammen und unterrichten sich gegenseitig über Verdachtsfälle und führen gemeinsame Prüfungen durch.

      Wir nehmen das Thema wie auch die Frage, wie sich Entleiher und Verleiher verhalten können, gerne in unsere Themenreihe für unseren Blog auf. Sofern Sie einen konkreten Fall vor Augen haben, der näher untersucht werden sollte, melden Sie sich gerne bei uns für ein persönliches Gespräch.

      Mit besten Grüßen
      Ihr Team von Arbeitsrecht.Weltweit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere