Arbeitsrecht. Weltweit.

„Equal Pay“ nach dem AÜG – Gleicher Lohn, unklarer Vergleichsmaßstab?

equal pay
Stefanie Reiche

Stefanie Reiche

Dr. Stefanie Reiche ist Counsel im Frankfurter Büro. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind die arbeitsrechtliche Beratung im Tagesgeschäft, die Betreuung von Kündigungsrechtsstreitigkeiten sowie die arbeitsrechtliche Begleitung von Umstrukturierungs- und Transaktionsprojekten.

6 Antworten

  1. Daniel Maier sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    dies ist ein sehr interessanter Artikel.
    Nun stellt sich für mich jedoch die Frage – wie muss das Gehalt eines ANÜ-Mitarbeiters angepasst werden, wenn dieser mehr als ein vergleichbarer Stammmitarbeiter beim Zeitarbeitsunternehmen erhält?

    Muss das Gehalt der ANÜ Kraft somit „nach unten“ angepasst werden?

    MfG
    Daniel Maier

    • Arbeitsrecht. Weltweit Team sagt:

      Sehr geehrter Herr Maier,

      vielen Dank für Ihr Interesse – in der Tat ist das eine gute Frage. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – wie viele andere arbeitsrechtliche Gesetze auch – ist als Schutzgesetz, hier zugunsten der Leiharbeitnehmer, zu verstehen. Es soll sicherstellen, dass Leiharbeitnehmer mindestens ein gleich hohes Gehalt erhalten wie vergleichbare Arbeitnehmer des Entleihers. Es regelt somit Mindestbedingungen. Erhalten Leiharbeitnehmer ohnehin ein höheres Gehalt als vergleichbare Arbeitnehmer des Entleihers, bedürfen Sie keines Schutzes. Eine Pflicht – wie auch ein Recht – des Arbeitgebers zur Anpassung des Gehalts nach unten besteht mithin auf der Grundlage des AÜG nicht.

      Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.

      Mit besten Grüßen,
      Ihr Team von Arbeitsrecht. Weltweit.

  2. Jürgen Döpfert sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    besten Dank für Ihre Ausführungen.
    Wird zum Vergleich die Arbeitszeit des Leiharbeitnehmers abzgl. Zeitkonto herangezogen oder ohne.
    Beispiel:
    Leiharbeitnehmer bekommt 35 Std. / Woche ausgezahlt.
    Die verbleibenden 5 Std. (Gesamtvertrag über 40Std.) kommen auf ein Zeitkonto.

    Wird somit das Bruttomonatsgehalt der Stammbelegschaft durch 140 Std. (35 Std. x 4) oder durch 160 Std. (40 Std. x 4) dividiert um den Vergleichslohn pro Std. zu ermitteln?

    Besten Dank für eine Information.

    MfG
    J. Döpfert

    • Sehr geehrter Herr Döpfert,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Grundsätzlich gilt, dass für die Berechnung des Vergleichslohns das Bruttomonatsentgelt der Stammbelegschaft durch die Arbeitsstunden der Stammbelegschaft pro Monat zu teilen ist. In welcher Weise auf dieser Grundlage die Lohnzahlung an die Leiharbeitnehmer durch den Verleiher erfolgt (Auszahlung von 35 Stunden und Verbuchung von 5 Stunden auf dem Zeitkonto), ist eine andere Frage und im Einzelfall gesondert zu betrachten.

      Mit besten Grüßen
      Ihr Team von Arbeitsrecht.Weltweit.

  3. Frage: Kann ich in unseren AÜG Vertrag eine Übernahmeklausel/Ablösesumme, nach den 18 Monaten mit aufnehmen? Wenn ja, wie hoch könnte die Summe liegen? Welcher Betrag wäre vertretbar und nicht sittenwidrig?

    • Sehr geehrte Frau Wüst,

      vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Frage zur Zulässigkeit von Vermittlungsprovisionen. Das ist in der Tat ein komplexes Thema und wir greifen dies gerne als Idee für einen unserer nächsten Blogbeiträge auf. Gerne können wir uns diese Frage auch einzelfallbezogen gemeinsam mit Ihnen ansehen – melden Sie sich in diesem Fall gerne bei uns.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Team von Arbeitsrecht. Weltweit.

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